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Am 12.Mai 1896 wurde die Freiwilliger Feuerwehr Salzweg gegründet. Im Gasthaus Schreiber (heute als Salzweger Hof bekannt) trafen sich 12 Männer aus den unterschiedlichsten Berufszweigen, um die Gründung vorzunehmen. Der Standort des ersten Feuerwehrhauses war am Beginn der heutigen Korbingasse , vor dem Wolf-Anwesen und dem Stögbauerhaus. Seitdem wuchs die Zahl der Mitglieder stetig an. In den Jahren 1902 bis 1925 traten annähernd 60 neue Mitglieder in ihre freiwilligen Dienst. Erst in den 50ger Jahren begann für die Feuerwehr Salzweg das Zeitalter der Motorisierung (...Fortsetzung folgt!)

Feuer, Feuer, der Hof brennt!

Augenzeugenbericht 1951

In der Nacht zum Dritten August 1951 haben wir schlecht geschlafen. Am Vorabend hatten wir noch bis in die Nacht hinein Weizen eingefahren. Um halbfünf weckte uns Vater, da am Horizont immer grelleres Wetterleuchten zu sehen war. „Kommts Buam mir fahrn na den letzten Woaz hoam, dann ham ma dös ganze Troad drucka unterm Dach“. Hans, Schoßi, Sepp und ich folgten ihm ohne Murren. Noch im Halbdunkel spannten wir die Ochsen ein und holten das Dieselross aus der Garage. Mit allem was Räder hatte machten wir uns auf zur Point und schon um kurz nach Sechs waren vier Kasten- und Mistwagen voll beladen in die Einfahrt geschoben. Auch der erst vor kurzem vom Landwirt und Cafetier Pirkl aus Osterhofen gebraucht gekaufte gummibereifte Anhänger, unser ganzer Stolz, war bis zum Umwerfen bepackt. Er passte gerade noch auf die Hocheinfahrt. Das Gewitter kam immer näher. Das Unwetter steuerte direkt auf den Hof zu. Blitz und Donner folgten im Sekundentakt. Um Viertel vor Sieben schienen die Gewitterwolken über Hundswinkl stehen geblieben zu sein. Der Wind drückte sie immer tiefer. Sturmböen peitschten über die Dächer. Es wurde dunkel im Hofgeviert. Der Sturm ließ etwas nach und schwerer Regen setzte ein. Sepp und ich wollten uns das Schauspiel nicht entgehen lassen und standen mit Blick zu Stall und Stadel im Trockenen in der offenen Haustür. Wir waren ein wenig stolz und freuten uns, dass wir die letzten Fuhren einer guten Weizenernte trocken heim gebracht hatten. Vater hat sich in die „Werkstatt“ zurückgezogen und bestimmt an einem Rechen mit abgebrochenen Zinken zu schaffen gemacht oder andere Gerätschaften repariert. Den Weizen wollten wir nach der „Suppe“ abladen. Aber es kam alles anders.

Aus einer tief hängenden Wolke zuckte gleißend hell ein Blitz. Er schlug in das Scheunendach zwischen Stadl und dem angeschossenen Kuhstall ein Loch von etwa 1.50 Meter Durchmesser. Nach einem gewaltigen Donnerschlag herrschte zunächst ein oder zwei Sekunden beklemmende Stille. Es roch nach Schwefel. Dann schoss eine helle Stichflamme aus dem Loch und unmittelbar darauf kamen schwarzer Rauch und züngelndes Feuer. Wir rannten alle in den Stall und banden Kühe und Jungvieh los, die schnell das Weite suchten. Vater trieb die Schweine aus den Buchten und ließ sie frei laufen. Wie wir später beim Abräumen des Brandschuttes feststellten, liefen mehrere durch das offene Tor in den Stadel, verkrochen sich unter den dort abgestellten Schlitten oder in andere Hohlräume und kamen im Feuer um. In kurzer Zeit brannte der ganze Hof lichterloh. Es war ein Angst einflößendes Bild. Der Rauch wurde vom Gewitter nach unten gedrückt. Es schien Nacht zu werden. Nur das Feuer, jetzt schon über den Dächern lodernd, brachte schauriges Licht ins Dunkel. Überall Krachen und Bersten.

Hans schnappte sich das Motorrad. Er sollte in Salzweg die Feuerwehr alarmieren. Telefon gab es damals noch auf keinem der umliegenden Häuser und Höfe. Der Regen wurde zum Wolkenbruch. In den Schlaglöchern der seiner Zeit noch unbefestigten Gemeindestraße blieb er mit dem abgesoffenen Motorrad in Höhe von Familie Bruckner stecken. Er musste zu Fuß weiter laufen. Die Feuerwehr hatte zu dieser Zeit noch kein Löschfahrzeug. Auf einem einfachen Fahrgestell war eine Motorpumpe mit Schlauchtrommel aufgesattelt. Es wurde mit dem Schlepper eines Mitglieds zur Brandstatt verbracht.   Die Wehr traf etwa eine halbe Stunde nach dem Blitzeinschlag ein.                                                                                                         Vater beorderte mich auf die Straße. „Schaufö an Grobn“ damit das vom Berg herunterschießende Wasser in den „Weiher“ lief. Es sammelte sich eine beträchtliche Menge, die dann zusammen mit dem Inhalt der Brauchwasserreserve fürs Erste reichte. Mit der Brandbekämpfung aber war die Feuerwehr überfordert, weil schon kurze Zeit nach dem Einschlag der ganze Hof in Flammen stand. Nach nur 10 Minuten schlugen die Flammen aus den Dachbodenfenstern des Stalles und Hauses. Die Feuerwehr versuchte ihr Möglichstes, um wenigstens die Erdgeschosse von Stall, Schweinestall und Wohnhaus zu retten. Dies ist ihr so recht und schlecht gelungen. Die ebenerdigen Grundmauern mussten für den Wiederaufbau nicht abgebrochen werden. Mittlerweile waren auch die Wehren von Thyrnau und Grubweg eingetroffen. Der Hof brannte vollständig nieder. Nur mehr die verbrannten Mauern ragten gespenstisch in den Himmel.

Der Aufbau ging zügig voran und das Leben kam allmählich wieder in normale Bahnen, soweit dies unter dem Eindruck des schlimmen Geschehens überhaupt möglich war. Besonders Mutter konnte den Unfall ihres zweiten Kindes, unseres Bruders Schoßi, nie mehr aus ihrem Leben verdrängen, der 23-jährig beim Rücken von Bauholz für den Aufbau sterben musste. Im „Passauer Holz“ steht an der Unfallstelle ein Gedenkstein für ihn.

Freiwillige Feuerwehr Salzweg e.V.
Am Brünnlweg 39 • 94121 Salzweg
Tel: 0851/46259 (nicht immer besetzt) • Email: info@ffw-salzweg.de
Web: www.ffw-salzweg.de